Hohe Kosten für seltene Gefahr

Hohe Kosten für seltene Gefahr

Nach Blitzeinschlägen in Dippach und Noertzingen stellen sich Hausbewohner nun die Frage, ob ein Blitzableiter am Haus notwendig ist. Und wer im Falle eines Schadens die Kosten übernimmt. (Tageblatt.lu)

Nach Blitzeinschlägen in Dippach und Noertzingen stellen sich Hausbewohner nun die Frage, ob ein Blitzableiter am Haus notwendig ist. Und wer im Falle eines Schadens die Kosten übernimmt. (Tageblatt.lu)

 

Die Gewitter dieser Woche sorgten für viel Aufruhr in Luxemburg. Dabei wurden auch zwei Häuser Opfer der Blitze. In Dippach kam es zu einem Großbrand im Dachstuhl, welcher durch die komplizierten Wetterverhältnisse nur schwierig zu löschen war. In Noertzingen entstand ein Sickerbrand, nachdem ebenfalls ein Blitz im Dach eingeschlagen war. Aufgrund dieser jüngsten Ereignisse stellt sich nun die Frage nach dem Blitzschutz und den dafür aufzuwendenden Kosten.

 

Chance gering

 

Zunächst einmal ist zu sagen, dass im vergangenen Jahr laut einer Analyse von Luca Mathias, dem Betreiber der Internetseite „metteochanel.blogspot.de“, über 30.000 Blitze in Luxemburg und den angrenzenden Regionen registriert worden sind. Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines direkten Blitzeinschlages in ein Haus statistisch gesehen 1 zu 6 Millionen steht, war Luxemburg in diesem Jahr bereits ein paar Mal betroffen.

 

Aus diesem Grund raten Experten, auch wenn es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, ausreichende Blitzschutzmaßnahmen zu treffen. Diese können unterschiedlich aussehen. Zunächst einmal gibt es die Möglichkeit eines äußeren Blitzableiters. Dieser sollte unbedingt von einem Experten angebracht werden, um eine anstandslose Funktionsfähigkeit nach dem Prinzip eines Faradayschen Käfigs zu gewährleisten. Experten wie der Elektriker Fernand Plein in Luxemburg sehen bei fachgerechter Installation nur ein sehr geringes Risiko von Schäden durch direkten und indirekten Blitzeinschlag. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich zusätzlich Überspannungsschutzgeräte anschaffen. Damit sei ein optimaler Blitzschutz gewährleistet.

 

Beim Umrüsten des Hauses stellt sich die Kostenfrage. Der Einbau eines guten Blitzableiters kostet ungefähr 3.000 Euro. Vor allem bei Altbauten und Reihenhäusern kann dieser Betrag jedoch durchaus noch höher ausfallen.


Eine vollständige Ausstattung mit Überspannungsschutzgeräten beläuft sich auf etwa weitere 700 Euro. Gerade diese hohen Summen schrecken viele Hausbesitzer ab.

 

Die Tatsache, dass öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser und Gebäude ab einer Höhe von 20 Metern gesetzlich mit einem Blitzableiter versehen sein müssen, zeigt dennoch die Wichtigkeit der Schutzmaßnahmen.

 

Schadensersatz

 

Nach einem Gespräch mit einem Versicherungsexperten kann man Gewitterschäden – wenigstens aus finanzieller Sicht – beruhigt entgegensehen. In Luxemburg übernimmt die Hausratsversicherung, auch bei Sonderfällen wie zum Beispiel einem Strohdach, jegliche durch einen Sturm verursachte Schäden. Dabei sind die Kosten von Sekundärschäden an elektronischen Geräten ebenfalls gedeckt.

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